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Die neue Alte Universität in Eppingen

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Eppingen besitzt eine Vielzahl an schönen Fachwerkhäusern. Eines davon: die Alte Universität. Am 28. November 1987 wurde sie nach umfangreicher Sanierung feierlich eingeweiht. Die Außen- und Innenarbeiten zogen sich über drei Jahre und wurden für die Anwohner zu einer echten Strapaze.

Ein Blick in die historische Bildersammlung von Archiv und Dokumentation der Heilbronner Stimme zeigt, wie dringend notwendig dieser Schritt dennoch war.  

Scrollen Sie nach unten, um mehr über die Alte Universität vor, während und nach ihrer Sanierung zu erfahren.






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Der überragende Bau wurde Ende des 15. Jahrhunderts unter kurpfälzischer Herrschaft errichtet. Das imposante Fachwerkhaus beherbergte in seiner wechselvollen Geschichte das Fleischhaus der Metzger. Es war ebenso Speicher und Zigarrenfabrik. Privatwohnungen befanden sich auch darunter.

Im ersten Stock konnte ein großer Saal für Veranstaltungen und Hochzeiten genutzt werden.











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Die Alte Universität (hier eine Ansicht aus den 1950er Jahren) in der Altstadtstraße Ecke Fleischgasse ist Postkartenmotiv. Ihren Namen hat sie von einer Episode aus dem Jahr 1564, als in Heidelberg die Pest grassierte und die Universität für kurze Zeit nach Eppingen ausgelagert wurde.

Die Freilegung des Fachwerks und der Erdgeschossfenster am Haus erfolgte zwischen 1952 und 1959. Bereits 1956 eröffnete ein erstes kleines Heimatmuseum.


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Jetzt ist es "5 vor 12" für die Alte Universität. Mit knapper Mehrheit entscheidet sich der Gemeinderat 1983 für eine umfangreiche Sanierung. Einen Förderkreis zur Rettung rufen die Eppinger Heimatfreunde ins Leben. Das einstmals prächtige Gebäude ist in einem desolaten Zustand.

Architekt Dr. Eugen Schweizer stellt nach Untersuchung der Bausubstanz fest: "Von außen sieht das Gebäude ganz passabel aus, innen kriegt man es mit der Angst zu tun. Da sind Balken und Sparren gebrochen, und die Böden hängen bis zu 70 Zentimeter tief durch."



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Arbeiten mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Mark vergibt der Gemeinderat im September 1984. Das Dach erhält komplett neue Ziegel. Dafür sind 60.500 Mark eingeplant. Eine Doppeldeckung mit Biberschwänzen wird gewählt. Die erste Planung der Stadt war, die noch guten, alten Ziegel zu verwenden und diese durch "gebrauchtes" Fremdmaterial zu ersetzen.

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Die Sanierungsarbeiten an der Alten Universität schreiten im September 1984 voran. Das Dach wird abgedeckt, die noch brauchbaren Ziegel gelagert und für geeignete Objekte in der Eppinger Altstadt wiederverwendet.
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Das Fachwerk ist im November 1984 freigelegt. Die bauhistorische Untersuchung ergibt, dass viele Balken ausgetauscht werden müssen.

Im Laufe der Jahre hat sich die Alte Universität waagerecht und senkrecht verschoben. Mit einem Seilzug muss das ganze Gebälk, mitsamt des Dachstuhls, um 70 Zentimeter in Richtung Fleischgasse gezogen werden. Stützbalken werden verlängert und Deckenbalken aufgeteilt, damit sie nicht durchhängen.

"Wenn dabei nicht millimetergenau gearbeitet wird, fällt die Universität wie ein Kartenhaus zusammen", sagt Stadtbaumeister Klaus Föringer.

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Winterruhe ist auf der Baustelle in der Altstadtstraße im Januar 1985 eingekehrt. Das Gebäude ist durch ein Überdach vor Wind und Wetter geschützt. Schnee und Dauerfrost haben die mit der Sanierung beschäftigten Handwerker zu einer Zwangspause verdonnert.

Das Winterdach, das auf einem eigenen Gerüst übers ganze Haus gezogen ist, kostet 31.000 Mark.
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Unter den Zeltplanen tut sich im April 1985 nichts. Die Sanierungsarbeiten sind unterbrochen. Das angelieferte Holz ist zu feucht und damit für den Einbau ungeeignet. Bretter und Balken weisen einen Feuchtigkeitsgehalt von 35 Prozent auf. Der vorgesehene Fertigstellungstermin Juni kann nicht eingehalten werden.

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Die Fassade der Alten Universität ist im August 1985 noch immer hinter großen Planen verpackt. Rechtzeitig zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Eppingen im Juli konnten die Arbeiten nicht beendet werden.
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Die Bauarbeiten schreiten im Oktober 1985 endlich voran. Die Stadt Eppingen hat nun selbst, nach Konkurs der Baufirma, die Bauleitung übernommen. Unter der Regie von Stadtbaumeister Klaus Föringer laufen die Arbeiten wie geplant. Zimmerleute führen hier Verstrebungsarbeiten durch.
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Zimmerleute trinken am 26. Juni 1986 beim Richtspruch auf das Wohl der Stadt und werfen das Glas. 21 Monate mussten die Eppinger auf diesen Moment warten.

Bürgermeister Erich Pretz zeigt sich mit den bisher geleisteten Arbeiten sehr zufrieden: "Ich gehe davon aus, dass das Haus ein Schmuckstück innerhalb unserer Altstadt sein wird, das wir vorzeigen können und wollen."

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Das Gerüst ist im März 1987 abgebaut, die umfassende Sanierung hat das zuvor einsturzbedrohte Gebäude in der Altstadtstraße gerettet. Die Alte Uni glänzt.

Die wiederhergestellte Fachwerk-Konstruktion gibt das ursprüngliche Bild des schmucken Hauses wieder. Rund 100 Fenster mit Sprosseneinteilung sind eingebaut, davon 20 Fenster im ersten Stock, der ehemaligen guten Stube, sogar mit Bleiverglasung.

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Mit Handwerkern und Nachbarn feiert die Stadt Eppingen das Ende der Sanierungsarbeiten. Bürgermeister Erich Pretz blickt zurück: "Drei Jahre Bauzeit seien für die Anlieger drei Jahre Ärger gewesen." Zahlreiche Gäste kommen zum Tag der offenen Tür. Eine Besucherin spricht für viele: "Aus unserem Kleinod ist ein Großod geworden."

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Mit einer Feierstunde im Foyer ist am 28. November 1987 Eppingens "Großod" eingeweiht. Rund drei Millionen Mark kostet die Restaurierung des 1495 erbauten Fachwerkhauses.
"Wirkliche Freude über das gelungene Vorhaben", empfindet Landrat Otto Widmaier. "Eine Bereicherung für das Stadtbild", bescheinigt August Gebeßler, Präsident des Landesdenkmalamtes. "Wir können sicherlich recht stolz auf dieses Werk sein", meint Eppingens Bürgermeister Erich Pretz.





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Bei Nacht noch imposanter und romantischer als am Tage, erleben Teilnehmer der Nachtwanderung 2003 das historische Haus. Mit seiner gewaltigen Höhe von 22,5 Metern überragt der Bau alle anderen Fachwerkhäuser in Eppingen.
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Das Gebäude beherbergt seit 1988 das Stadt- und Fachwerkmuseum. Auf rund 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche finden sich Exponate zu Eppinger Handwerk; Wohnen, Holzbau und Fachwerk; Vor- und Frühgeschichte; Hopfen und Malz sowie Geschichte der örtlichen Feuerwehr.

Hier sind Ansichtskarten von Eppingen und den umliegenden Orten zu sehen. 



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Schimmel, verfaulte Tapeten, verlassene Räume: Auf den Fotos von Nicole Ahland wird Verfall zu Kunst. Die Bilder wehen beim Fahnenfestival 2012 in der Eppinger Altstadtstraße. Parallel dazu gibt es eine Fotoausstellung in der Alten Universität.

Mit Schaudern erinnert sich Museumsleiter Peter Riek an die gemeinsamen Ortsbesichtigungen. Er lief zuvor mit der Fotografin durch verlassene und verwaiste Fachwerkbauten der Kraichgau-Gemeinde. Sie erkundeten Keller, Fenster und Dachstühle. Was die beiden sahen, hielten sie im Bild fest.






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Die Ausstellung "Netzwerke" von Sibyle Burrer ist im Januar 2012 eröffnet, das Netz gespannt. Museumsleiter Peter Riek erklimmt begehbare Kunst, die unter der Decke angebracht ist. Wer hier in den Seilen hängt, genießt eine ganz neue Perspektive auf den Kultursaal im Eingangsbereich des Museums.

Hinweis: Klicken Sie auf dieser Seite auf "Vorher/Nachher-Ansicht starten", um den Regler in der Bildschirmmitte zu verschieben. Sie erleben den Unterschied während des Innenausbaus 1985 und dem Nutzungskonzept nach erfolgter Sanierung.

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Hier sehen Sie den Unterschied zwischen den Ansichten von 1974 und 2017.

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Ausgesucht, zusammengestellt und digital umgesetzt von Dagmar Weigel, Archiv & Dokumentation der Heilbronner Stimme.


Fotos:
HSt-Achiv, Hermann Eisenmenger, Günter Zaiß, Ulrich Merz, Luftbild Bernd Krug, Holger Brenkmann, Hermann Eisenmenger/HSt/Stadtarchiv

www.stimme.de
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